DOCK

Um unsere Ziele zu erreichen, arbeiten wir mit der gemeinnützigen Organisation DOCK in Athen zusammen, die 2016 aus einer Arbeitsgruppe des Netzwerks „Solidarity for All“ hervorgegangen ist. DOCK fungiert als Drehscheibe zwischen griechischen Erzeugergenossenschaften und Initiativen in Mitteleuropa, die dort den Vertrieb der Produkte übernehmen. Der Ausbau der solidarischen Ökonomie in Griechenland und die Prinzipien Gegenseitigkeit und „Austausch auf gleicher Augenhöhe“ werden somit gefördert.

Weitere europäische Initiativen, die an der Kampagne teilnehmen sind in Deutschland, in Belgien und in den Niederlanden zu finden. Im März 2019 gab es ein Vernetzungstreffen aller Beteiligten in Herzelle nahe Brüssel.

Die Mitglieder von DOCK sind auf verschiedenen Ebenen aktiv. Sie sind in der Aufklärungs-, Bildungs-, Vernetzungs- und Lobbyarbeit tätig und mischen sich in die Debatte um alternative Wirtschafts- und Gesellschaftsformen ein. Sie unterstützen Erzeugergenossenschaften ganz praktisch, u.a. über die Kampagne „Früchte der Solidarität“.

Ziel ist der Aufbau eines internationalen Produktions-, Vertriebs- und Verbrauchernetzwerks auf der Grundlage von geteilten Werten und den Prinzipien der solidarischen Ökonomie.

Die Erzeugergemeinschaften, mit denen DOCK zusammenarbeitet, zeichnen sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Sie verfolgen alternative Formen der Produktion und des Vertriebs.
  • Sie interessieren sich für die Kontaktaufnahme und Kooperation mit Organisationen aus anderen Ländern nicht allein aus kommerziellen Gründen.
  • Sie schätzen das Momentum von internationaler Solidarität in Europa.
  • Sie sind davon überzeugt, dass durch die Stärkung von Projekten der Sozial- und Solidarwirtschaft wichtige Synergien für die Gesellschaft entstehen.
  • Sie sind bereit, sich an Kampagnen für verschiedene soziale und politische Zwecke (z.B. Unterstützung von Geflüchteten) zu beteiligen.
  • Sie verkaufen zumindest einen Teil ihrer Produkte in Griechenland zu Preisen, die sich auch Menschen mit niedrigem Einkommen (z.B. Erwerbslose) leisten können.

fruitsofsolidarity.gr

Derzeit beziehen wir Produkte von folgenden zwei Kooperativen:

Kooperative Greenland

Die Kooperative Greenland in Sterna, Messenien, wurde 2013 gegründet. Fairness und Solidarität in Produktion und Verkauf gehören zu ihren Grundprinzipien. Die Mitglieder wollen, dass die Informationen über Qualität, Herkunft, Arbeitsbedingungen und Umwelteinflüsse im Zusammenhang mit der Produktion allgemein zugänglich sind. Greenland befindet sich derzeit in der Übergangsphase zur zertifiziert biologischen Produktion.

Greenland produziert hochqualitatives extra-natives Olivenöl aus der Koroneiki-Frucht. Das Öl wird dabei unter strengen Kontrollen bei einer Temperatur von <27°C mechanisch gepresst. Dabei wird nicht nur der exzellente natürliche Geschmack unverändert beibehalten, sondern auch die vielen gesunden Inhaltsstoffe wie Oleacein und Oleocanthal. Dies sind natürliche Substanzen mit antioxidativen, entzündungshemmenden, nerven- und herzstärkenden Eigenschaften. Sie geben dem Olivenöl seinen typisch bitteren Geschmack.

Geerntet wird üblicherweise zwischen Mitte November und Mitte Jänner. Bei der Ernte kommen moderne, umweltfreundliche Maschinen zum Einsatz, welche die Bäume nicht verletzen. Innerhalb von 24 Stunden wird aus den Früchten das Olivenöl gepresst. Die genossenschaftlich betriebene, moderne Ölmühle von Sterna wird von der griechischen Organisation für Kontrolle und Zertifizierung von organischen Produkten geprüft und beraten.

Eine weitere Spezialität von Greenland sind Kalamata Oliven, die nach alten traditionellen Rezepten eingelegt werden. Die Früchte werden in den Olivenhainen von Hand gepflückt, angeritzt und in Salzlake gelagert. Anschließend werden sie mit aromatischen Kräuter wie Thymian, Rosmarin und Oregano in einer Mischung aus Salzwasser und Essig eingelegt. So kommt ein in Geschmack, Konsistenz und Qualität einzigartiges Produkt zustande.

http://greenlandproducts.gr/

Produktionsgenossenschaft Modousa

Die Genossenschaft Modousa wurde im Jahr 2014 im Süden der Insel Lesbos von neun Olivenbauern gegründet, inzwischen gehören ihr bereits 77 Mitglieder an. Sie versuchen ihre Produkte direkt zu vermarkten und vermeiden Zwischenhändler. Somit sind sie Teil eines lokalen, unabhängigen Wirtschaftssystems. Die Olivenernte erfolgt ausschließlich per Hand. Das von ihnen angebotene Bio-Öl (extra vergine) aus Kolovi- und Adramitiani-Oliven hat ein besonderes Aroma und ist leicht verdaulich und besonders gut verträglich.

Mit der Renovierung einer verlassenen Fabrik aus dem 19. Jahrhundert verfügt die Genossenschaft seit 2017 über eine eigene Olivenölmühle und Abfüllanlagen sowie Räumlichkeiten, die regelmäßig für soziale Anlässe und Gemeinschaftsaktivitäten der lokalen Bevölkerung genutzt werden. Ein Ziel ist es, das lokale kulturelle und industrielle Erbe der Insel zu fördern und zu bewahren. So fand dort u.a. ein größeres Konzert statt, aus dessen Einnahmen ein Fonds zur Unterstützung von Jugendlichen aus der Gegend finanziert wird, die sich Arztbesuche und Medikamente aufgrund fehlender Krankenversicherung aus eigener Tasche nicht (mehr) leisten können. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Arbeit der Genossenschaft ist die Weiterbildung in Form von Vorträgen und Seminaren zum einen zu Fragen, die unmittelbar mit dem Olivenanbau zu tun haben, zum anderen mit Themen, die sich unter den Stichworten “Förderung der lokalen Wirtschaftsentwicklung” und “solidarische Ökonomie” zusammenfassen lassen. Des Weiteren tragen die Mitglieder der Genossenschaft mit Veranstaltungen und Informationskampagnen zur Steigerung des ökologischen Bewusstseins auf der Insel bei.

2017 eröffnete Modousa einen Nachbarschaftsladen, in dem alle lokalen Genossenschaften ihre Produkte anbieten und verkaufen können. Als Mitglied eines neu gegründeten Netzwerks von Nachbarschaftsläden zur Förderung der lokalen Ökonomie bietet Modousa dort aber auch Produkte von anderen Genossenschaften aus der nördlichen und östlichen Ägäis an.

In naher Zukunft soll ein Olivenhain für öffentliche Forschungszwecke geschaffen werden. Modousa hat dafür ein 100 Hektar großes Grundstück eines verlassenen Weinguts vorgesehen und will dort in Kooperation mit entsprechenden Universitätseinrichtungen wissenschaftliche Forschung und Experimente zur Verbesserung der lokalen Olivensorten durchführen.

http://www.modousa.gr/